Einbruchschutz bei Neuanschaffung von Türen, Fenstern und Rollläden

Kauf von Fenster Tueren Rolllaeden, die einbruchsicher sindBeim Einbau neuer Türen, Fenster und Rollläden sollte heute zwingend auf den Einbruchschutz geachtet werden. Dabei ist egal ob Sie ein Eigenheim bauen, die Renovierung eines bestehenden Hauses ansteht oder Ihre Mietwohnung / Eigentumswohnung neu ausstatten möchten. Aufgrund der gestiegenen Fallzallen bei Einbruchsdelikten aus den vergangenen Jahren wäre es beinahe fahrlässig auf einbruchshemmende Mechanik und Ausstattung zu verzichten. Die Kriminalstatisitik der Polizei weist im Zeitraum von 2006 bis 2015 einen Anstieg der gemeldeten Einbrüche (inkl. Versuche) um 70% aus. Von den 167.136 Fällen aus 2015 konnten nur rund 15% aufgeklärt werden. Es wird also höchste Zeit sich in puncto Sicherheit zu wappnen.

Rund um den Einbruchschutz gilt die goldene Regel: Erst Mechanik, dann Elektronik. Bevor Sie sich also Alarmanlagen und Videoüberwachung anschaffen, sollten Sie für eine optimale mechanische Sicherung Ihrer Haustür, Fenster, Rollläden und Balkon- oder Terrassentüren sorgen. So scheitert der Einbrecher bereits beim Versuch die Wohnung oder das Haus zu betreten. Elektronische Sicherungen können dann ein zweiter Schritt für zusätzliche Maßnahmen sein, aber sie verhindern das Eindringen in den Wohnbereich meist nicht.

 

Achten Sie auf Prüfsiegel und Widerstandsklassen (WK), neu Resistance Classes (RC)

Die Norm DIN EN 1627 unterteilt Fenster- und Türbauteile in sechs unterschiedliche Widerstandsklassen (WK), die seit 2011 neu als Resistance Classes (RC) bezeichnet werden. In einer Tabelle der RCs werden die einzelnen Stufen und Merkmale der Elemente im Bezug auf die Widerstandsfähigkeit bei Einbrüchen aufgeschlüsselt. Ab dem Level der Resistance Class 2 ist grundsätzlich eine gute Abwehr von Gelegenheitstätern sichergestellt. Sollten Sie jedoch Gegenstände, Dokumente oder Bargeld von hohem Wert zuhause lagern, empfiehlt die Polizei regelmässig auch im Privatbereich die Klasse RC 3. Achten Sie auf die DIN Prüfung Ihrer Fenster, Türen und Rollläden, denn damit sind die einzelnen Bauteile (Rahmen, Griffe, Glas, Schliesszylinder, etc.) optimal aufeinander abgestimmt. Geprüfte Modelle erkennen sie ausserdem schnell an diesen Prüfzeichen: VdS, ift, PIV cert, ECBS oder PfB Cert.

Nachfolgend gehen wir auf die wichtigen Einzelheiten ein, die sie beim Kauf von Türen, Fenstern und Rolläden beachten sollten.

Türen mit Einbruchschutz – worauf sie bei Neuanschaffung und Neueinbau achten sollten

Im Bereich des Einbruchschutz sollten Sie beim Kauf von Türen unbedingt auf die Erfüllung der Norm DIN EN1627 achten. Zertifizierte Türen nach dieser Vorgabe weisen ab der RC 2 die nötige Sicherheit von Beschlag, Zarge, Schloss und Türblatt auf. Dabei werden die aktuellsten Sicherheitsmerkmale in allen gewünschten Materialien angeboten, wie beispielsweise Holz, Kunststoff, Metall oder mit Glaseinsatz. Die einbruchhemmenden Merkmale der Türen sind speziell auf Einbrüche mit dem Einsatz von Körpergewalt oder Werkzeugen aller Art abgestimmt. Spezielle, zusätzliche Kundenwünsche kann der Fachhandel ebenfalls bedienen. So kann der Einbruchschutz beispielsweise auch durch feuerhemmende oder schallgeschützte Merkmale ergänzt werden.

Welche wichtigen Punkte sollte eine neue Tür mit einbruchhemmender Wirkung unbedingt erfüllen?

  1. hochstabiles Türblatt (ausreichende Dicke, Materialsicherheit)
  2. wirksame Verschlussvariante (Mehrpunktverriegelung als Standard)
  3. einbruchhemmender Türbeschlag / Türschild (möglichst mit Zylinderschutz)
  4. Schliesszylinder mit Schutz gegen Lockpicking, Schlagpicking, Herausziehen, Bohren
  5. Glaselemente von Türen weisen die gleiche Stabilität wie das übrige Türmaterial auf
  6. Positive Zusatzoptionen: Panzerriegel und Türspion
  7. Widerstandsklassen (Resistance Class) 2-3 für Gelegenheitseinbrecher
  8. Widerstandsklassen (Resistance Class) 4-6 für professionelle Einbrecher mit Spezialwerkzeugen

Sie sind sich nicht sicher, ob die von Ihnen gewählte Tür den Einbruchschutz nach der DIN Norm erfüllt? Finden Sie in der folgenden Aufzählung wichtige Merkmale einer einbruchsicheren Tür, die Sie beim Kauf beachten können. Klicken Sie auf den gewünschten Punkt, um die Einzelheiten aufzurufen.

Türschilde / Türbeschlag
  • Vermeiden Sie überstehende Schliesszylinder und von außen abmontierbare Türbeschläge, da Einbrecher die Tür dadurch in kürzester Zeit öffnen können.
  • Türbeschläge ohne Einbruchsicherung bieten dem Täter die Möglichkeit einen Schliesszylinder abzudrehen, herauszuziehen oder abzuschlagen

Achten Sie daher bei Türschilden / Türbeschlägen auf folgende Eigenschaften:

  • Türschild verdeckt den Schliesszylinder eng anliegend
  • Verschraubung erfolgt von innen auf stabile Weise
  • Türschild hat einen Zylinderschutz, der das Einsteckschloss schützt
  • Türschild wurde aus mindestens 10mm dickem Stahl gefertigt

Türschild erschwert durch die o.g. Merkmale den Einsatz von Werkzeugen

Schliesszylinder
  • Täter versuchen den Schliesszylinder aufzubohren, abzubrechen, nachzuschliessen oder herauszuziehen
  • In Deutschland kommen im Grunde nur Profilzylinder zum Einsatz

Achten Sie bei Schliesszylindern auf folgende Eigenschaften:

  • Integrierter Ziehschutz ist vorhanden
  • Schutz gegen Schlagpicking (nutzen eines sogenannten Schlagschlüssels durch Täter)
  • Schutz gegen Lockpicking (herumstochern mit Spezialwerkzeug)
  • hält Bohrversuchen eine Weile Stand
  • Anfertigen von Nachschlüsseln sollte erschwert sein
Schlösser

Übliche Schwachstellen von nicht einbruchhemmenden Schlössern:

  • zu geringer Riegelausschluss (Riegel ist zu kurz, kann dadurch leicht abgebrochen werden)
  • Schliessfalle oder Riegel sind sind aus Material ohne Widerstandskraft hergestellt (z.B. Kunststoff, Druckguss)
  • keine Mehrpunktverriegelung (statt mehreren Riegel an verschiedenen Punkten der Tür, schliesst nur ein einziger)

Achten sie daher bei Schlössern auf folgende Eigenschaften zum Einbruchschutz:

  • Mehrpunktverriegelung vorhanden
  • Riegelausschluss von mindestens 20mm
  • Schlosskasten ist von aussen nicht angreifbar, also ringsum ohne Lücken
  • Hakenriegel sind stabiler als Schub-, Schwenk- oder Rundzapfenriegel

 

Schliessblech

Vermeiden Sie bei Schliessblechen Materialien, die wenig Widerstand bieten. Weitere Schwachstellen sind eine schlechte Befestigung und nicht ausreichende Länge.

Auf folgende Punkte sollten Sie bei Schliessblechen achten, damit diese dem Einbruchschutz dienlich sind:

  • Verwenden Sie nur Schliessbleche mit einer Materialstärke von mindestens 3mm
  • Die Länge sollte mindestens 300mm, besser aber 500mm betragen
  • Befestigung der Schliessbleche muss ausreichend stabil erfolgen und an das übrige Material des Türaufbaus angepasst sein
  • Wenn möglich Mehrpunktverriegelungen nutzen, bei denen Schliessbleche in einem Stück hergestellt wurden (Stabilität)

 

Fenster mit Einbruchschutz – informieren Sie sich vor dem Kauf ausreichend

Wie die Haustüren, gehören selbstverständlich auch die Fenster zu den grössten Schwächen eines Gebäudes. Wichtig ist bei der Anschaffung einbruchshemmender Fenster, dass sie der Norm DIN EN 1627 entsprechen sollten. Auch bei den Fenstern gelten die dazugehörigen Widerstandsklassen (Resistance Class) . In Privathausalten ist bereits ab der RC 2 ein ausreichender Schutz vor Gelegenheitstätern gegeben. Höhere Widerstandsklassen sind auch bei erfahrenen Tätergruppen mit speziellem Werkzeug ausreichend sicher. Der Einbruchschutz aller Fenster mit dieser Norm umfasst selbstverständlich auch die einzelnen Bauteile, wie Verglasung, Beschläge und Rahmen.

Wie kommen die Täter bei Einbrüchen eigentlich genau durch das Fenster? Oftmals wird einfach die Gelegenheit eines gekippten Fensters (z.B. im Sommer) genutzt. Dabei ist der Täter durch einfaches Aufhebeln innerhalb von Sekunden in der Wohnung. Eine andere Methode ist das Einschlagen oder Ausschneiden des Fensterglases, um anschliessend von aussen den Griff zu öffnen. Selbst bei geschlossenem Fenster kann der Einbrecher die Fensterflügel mit einfachem Werkzeug aushebeln, wenn normale Standardbeschläge verwendet werden. So ist beispielsweise ein abschliessbarer Fenstergriff wertlos, wenn die Fensterbeschläge ohne Probleme von aussen aufgehebelt werden können. Sicheres Material und die dazugehörige Mechanik sind also von höchster Wichtigkeit, wenn man die ungeliebten Gäste abhalten möchte.

Diese Details sind besonders wichtig, wenn das Fenster Sicherheit bieten soll:

  1. Hohe Stabilität des Fensterrahmens und der Fensterflügel
  2. Verglasung ist stabil im Fenster verankert und hat genügend Widerstandskraft (Verbundsicherheitsglas)
  3. Hochwertige Schliessbleche mit sogenannten Pilzkopfzapfen (verhaken sich abschliessend mit dem Blech)
  4. Abschliessbare Griffe (nur sinnvoll in Verbindung mit hochwertigen Beschlägen)
  5. Widerstandsklassen (Resistance Class) 2-3 für Gelegenheitseinbrecher
  6. Widerstandsklassen (Resistance Class) 4-6 für professionelle Einbrecher mti Spezialwerkzeugen

 

Einbruchschutz für Rollläden bietet eine optimale Zusatzsicherung im Fensterbereich

Sollten Sie Ihr Haus mit neuen Rollläden bestücken wollen, empfiehlt es sich diese direkt auch in das persönliche Sicherheitskonzept zum Einbruchschutz einzubeziehen. Wie bereits die Fenster und Türen, sind auch Rollläden mit der Norm DIN EN 1627 einbruchshemmend. Sie unterstützen die Sicherheitsmerkmale guter Fenster und sorgen für zusätzlichen Ärger beim Einbrecher.

Bedenken Sie, dass bei Standardrollläden einfaches Hochschieben ausreicht, um dieses Hindernis zu überwinden. Oft werden sie auch einfach aus der Führungsschiene gedrückt. Dabei entsteht noch nicht einmal besonderer Lärm, so dass die Langfinger schnell zum Erfolg kommen. Einbruchshemmende Rollläden sollten in Privathaushalten mindestens mit RC 2 zertifiziert sein. Sie halten den Möglichkeiten von Gelegenheitseinbrechern stand. Höhere Widerstandsklassen, wie etwa RC 4-6 bieten noch besseren Schutz, auch gegen Profi-Einbrecher mit Werkzeugen.

Folgende Sicherheitselemente sind in gut gesicherten Rollladen-Systemen enthalten:

  1. Das Hochschieben wird durch eine Bremse oder Sperre unterbunden
  2. Die Führungsschiene ist verstärkt und bietet Schutz gegen das rausdrücken der Rollläden
  3. Schutz des Rollladenkasten, um einem Abmontieren oder Aufschrauben entgegenzuwirken
  4. Schlussstab des Rollladens ist verstärkt (Ein Herausreissen kann so vermieden werden)
  5. Rollladenteile bestehen aus festem Metall und nicht aus Kunststoff

Übrigens: Auch elektronisch angetriebenen Rollläden mit Automatik-Steuerung sind vorteilhaft. Man kann sie zu fest einprogrammierten Uhrzeiten herauf- oder herunterfahren lassen. Dadurch kann man auch bei längerer Abwesenheit den Eindruck eines „bewohnten Hauses“ erwecken. Einbrecher begehen ihre Taten meist, wenn sie bereits vom äusseren Anschein davon ausgehen können, dass niemand im Haus oder in der Wohnung anzutreffen ist. Sind aber die Rollläden nachts unten und tagsüber oben, kann dies die Gauner abschrecken.