Welche Tresor Sicherheitsstufen machen Sinn?

Welche Tresor Sicherheitsstufen machen SinnHaben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, welche Tresor Sicherheitsstufe für Ihre Wertgegenstände oder den Bargeldvorrat Sinn macht? Oder gehören Sie eher zu dem übergroßen Teil der Deutschen, der solche Dinge lieber in geheimen Ecken der Wohnung lagert? Wir erklären in diesem Artikel warum es wirklich empfehlenswert ist sich für den Einbruchsfall zu wappnen und einen ausreichend geschützten Tresor anzuschaffen. Außerdem erfahren Sie alles über die Widerstandsklassen von Tresoren und die damit verbundenen Versicherungssummen.

In Zeiten, in denen es wenig oder gar keine Zinsen bei der Bank gibt, ja wo teilweise sogar zusätzliche Gebühren für das „Parken“ von Geldern auf dem Konto gezahlt werden müssen, deponieren viele Bürger ihr Vermögen leider wieder vermehrt im eigenen Heim. Laut Studien der Versicherungswirtschaft lagern mehr als 45% der Deutschen grössere Geldsummen und teure Wertgegenstände zu Hause.

Kreative aber meist nutzlose Ideen für Geldverstecke

Dabei werden die Menschen immer kreativer, wenn es um Verstecke für Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände geht. Im Einbruchsfall führt das jedoch regelmässig dazu, dass ein Teil des Barvermögens oder sogar die gesamten Ersparnisse von den Tätern geplündert werden. Bedenken Sie deshalb: Professionelle Einbrecherbanden beherrschen ihr „Handwerk“ sehr gut und kennen aus der Erfahrung heraus annähernd jedes vermeintlich sichere Versteck in Haus, Hof und Garten.

Hier sind die 33 kuriosesten Bargeldverstecke, die Täter im Zuge eines Einbruchs problemlos entdeckten und plünderten:

  1. 33 kuriose GeldversteckePlastiktüte im Toilettenspülkasten
  2. hohler Stein im Garten
  3. leere Konservendose im Schrank
  4. hohles Buch im Bücherregal
  5. in zusammengelegter Kleidung im Kleiderschrank
  6. unter Teppichen
  7. in Blumenkübeln
  8. im Kühlschrank
  9. in Kisten auf Dachböden und in Kellern
  10. unter Pflastersteinen
  11. hinter hohlen Schrankwänden
  12. unter oder hinter Schubladen
  13. unter und in Matratzen
  14. in Kissen
  15. im Batteriefach von Elektrogeräten
  16. in Musikboxen
  17. in Briefkästen
  18. in leeren Farbdosen
  19. in Regalen und Schränken von Garagen
  20. in hohlen Baumstämmen
  21. in Zuckerdosen
  22. in leeren Lebensmittelverpackungen
  23. hinter Bildern
  24. in Bilderrahmen
  25. oberhalb einer abgehangenen Deckenverkleidung (holzvertäfelt)
  26. in Wanduhren
  27. in Kinderspielsache
  28. unter Schmutzwäsche
  29. unter Holzdielen
  30. in Schmuckdosen
  31. im Schuhschrank
  32. im Gefrierschrank
  33. in Sitzmöbeln

Hinzu kommt, dass grössere Bargeldsummen, die nicht in Tresoren mit ausreichenden Tresor Sicherheitsstufen gelagert wurden, nicht durch eine Hausratversicherung abgedeckt sind. Die meisten Versicherer kommen bei Bargeld nur für rund 1.000 Euro, bei Wertpapieren oder Sparbüchern für rund 2.500 Euro und Wertgegenständen (Schmuck, Edelsteine, Münzen, Briefmarken, Gemälde) nur für etwa 15.000 Euro auf. Wer Bargeld und Wertgegenstände hingegen im Tresor aufbewahrt und eine entsprechende Zusatzversicherung abschliesst, bekommt bei Einbruchdiebstahl den gesamten versicherten Schaden ersetzt. Es lohnt sich also auch für Privatleute mehr denn je über die Anschaffung eines Tresors nachzudenken.

Tresor Sicherheitsstufen – Übersicht und Höhe des Versicherungsschutz

In Europa und weltweit gibt es unterschiedliche Tresor Sicherheitsstufen. Im Fachjargon nennt man sie Widerstandsklassen. Die Aufteilung erfolgte, da Tresore mit unterschiedlichen Sicherheitsmerkmalen produziert werden.

Dabei gilt: Je stabiler die Tresorwände und je komplexer die eingebauten Massnahmen zur Abwehr eines Aufbruchs sind, umso höher ist die zugehörige Widerstandsklasse. Bei gehobenen Tresor Sicherheitsstufen lässt der Einbrecher oft direkt von seinem Vorhaben ab, da der Aufbruch soviel Zeit benötigen oder laute Geräusche verursachen würde, dass die Gefahr der Entdeckung oder des Eintreffens von Polizeikräften zu hoch sein würde.

Die europäische Norm der Tresor Widerstandsklassen ist mit EN 1143-1 bezeichnet. Die verschiedenen Zertifizierungsstellen, also die Prüfinstitute für Tresore, führen die Einstufung von Tresoren in die unterschiedlichen Widerstandsklassen nach dieser Norm durch. Die geprüften Schränke sind an Plaketten mit den Beschriftungen ECB-S oder VdS erkennbar.

Schauen Sie sich eine Übersicht der verschiedenen Tresorarten bei unserem professionellen Online-Sicherheitspartner an: www.sicher24.de

Wie die Versicherungen Tresore einstufen

Die Versicherungsgesellschaften orientieren sich im Rahmen der Hausratversicherungen grundsätzlich an der Widerstandsklasse des eingesetzten Tresors. Je höher die Tresor Sicherheitsstufen ist, desto grösser ist der Versicherungsschutz für darin gelagertes Bargeld, Schmuck oder Wertgegenstände.

Es ist also bereits vor der Anschaffung eines Geldschranks sinnvoll sich Gedanken darüber zu machen, wie hoch der Wert des einzulagernden Bar- und Sachvermögens sein wird. Daraus leitet sich dann die benötigte Widerstandsklasse eines Tresors ab. In der unten eingefügten Tabelle ist ersichtlich, dass es beim Versicherungsvertrag außerdem eine wichtige Rolle spielt, ob der Tresor privat oder gewerblich genutzt werden soll.

Folgende Punkte sollten Sie zusätzlich im Hinblick auf die Versicherung und mögliche Risiken bei Anschaffung und Einbau eines Tresors beachten:

  • Tipps zum EinbruchschutzDie Versicherer empfehlen Zahlenkombinationsschlösser, statt Doppelbart-Schlüsselschloss. Grund: Schlüssel werden von Einbrechern oft gefunden oder gewaltsam an sich genommen.
  • Kleinere Möbeltresore oder Standtresore unter 1000Kg Gewicht müssen mit ausreichend festen Schrauben und Sicherungsmaterial in Wand und/oder Boden verankert werden. (Ausnahme sind eingemauerte Wandtresore)
  • Bewahren Sie „Merkzettel“ für Zahlenkombinationen während ihrer Abwesenheit niemals in der Wohnung auf. Gleiches gilt für Tresorschlüssel.
  • Stellen Sie einen Tresor möglichst verdeckt auf, damit er anderen Personen nicht direkt ins Auge fällt.
  • Bewahren Sie in Ihrem Umfeld aus Gründen der Sicherheit möglichst Stillschweigen über die Anschaffung eines Tresors.
  • Halten Sie vor dem Tresorkauf Rücksprache mit der Versicherung im Bezug auf die nötige Widerstandsklasse und weitere erforderliche Massnahmen.

Nachfolgend sehen Sie die verschiedenen Tresor Sicherheitsstufen (Widerstandsklassen) und die möglichen Versicherungssummen in einer Übersicht.

 

Tabelle für Tresor Widerstandsklassen nach VdS und ECB-S (Norm EN 1143-1)

Wenn Sie auf den jeweiligen Link der einzelnen Widerstandsklassen klicken, sehen sie direkt einige zugehörige Tresormodelle unseres Sicherheitspartners sicher24.de als Beispiel.

Widerstandsklasse

des Tresors

Versicherbar bis Summe

(gewerbliche Nutzung)

Versicherbar bis Summe

(private Nutzung)

Widerstandsgrad S1  nicht versicherbar bis ca. 5.000 Euro
Widerstandsgrad S2  ca. 2.500 Euro ca. 20.000 Euro
Widerstandsgrad 0  ca. 10.000 Euro ca. 40.000 Euro
Widerstandsgrad I  ca. 20.000 Euro ca. 65.000 Euro
Widerstandsgrad II  ca. 50.000 Euro ca. 100.000 Euro
Widerstandsgrad III  ca. 100.000 Euro ca. 200.000 Euro
Widerstandsgrad IV ca. 150.000 Euro ca. 400.000 Euro
Widerstandsgrad IV KB

(Schutz vor Kronenbohrer)

ca. 250.000 Euro ca. 500.000 Euro
Widerstandsgrad V ca. 250.000 Euro ca. 500.000 Euro
Widerstandsgrad V KB

(Schutz vor Kronenbohrer)

ca. 375.000 Euro ca. 1.000.000 Euro
Widerstandsgrad VI EX

(Schutz gegen Sprengstoff)

ca. 375.000 Euro ca. 750.000 Euro

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Sehen Sie hier ein spannendes Info-Video der Firma Burg-Wächter zu der Funktionsweise und Sicherheit von Tresoren

(Quelle: youtube.com / Öffentlicher Kanal von sicher24.de)

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Welche Arten von Tresorschlössern gibt es und wo liegen die Vor- und Nachteile?

Die Tresorhersteller arbeiten aktuell mit vier verschiedenen Arten von Schlössern: Doppelbartschlösser, mechanische Zahlenkombinationsschlösser, elektronische Zahlenkombinationsschlösser und neuerdings auch mit den sogenannten biometrischen Fingerprint Elektronikschloss. Diese Formen unterscheiden sich durch Schliessart, Sicherheitsmerkmale, Preise und Qualität. Schauen Sie sich die folgende Liste an, um die Vor- und Nachteile der Tresorschlösser schnell zu erkennen. Sie fügen sich übrigens auch in die Norm der Tresor Sicherheitsstufen ein.

  1. Doppelbartschlösser: Grundvariante von Tresoren im Privatbereich und in der gewerblichen Verwendung. Mechnischer Verschluss durch Schlüssel. Zugriff zum Tresor erhält nur der eingeschränkte Personenkreis, der im Besitz eines Schlüssels ist. Probleme: Je höher die Widerstandsklasse eines Tresors ist, umso länger wird der Doppelbartschlüssel. Warum? Weil die Tresortür mit jeder Widerstandsklasse dicker wird. Dadurch lässt sich ein Tresorschlüssel am Schlüsselbund leicht durch Einbrecher erkennen. Professionelle Täter können Tresorschlüssel sogar mit einem Blick dem Tresormodell zuordnen. Außerdem: Täter versuchen Schlüssel durch intensives Durchsuchen von Wohnung und Räumlichkeiten zu finden oder mit Gewalt die Herausgabe zu erzwingen.
  2. Mechanische Zahlenkombinationsschloss: In der Tresortür arbeiten 3- oder 4-Scheibenschlösser. Bei der 3-Scheiben-Variante müssen drei zweistellige Zahlen durch Drehen des Kombinationsrades eingestellt werden, um die Tresortür zu öffnen. Kein Schlüssel notwendig, deshalb kein Verlieren oder Diebstahl des Schlüssels möglich. Probleme: Zahlenkombination kann an die falschen Personen weitergegeben werden, Zahlenkombination kann vergessen werden, exaktes Arbeiten beim Einstellen notwendig. Übrigens: Die Kombination von zertifizierten Schlösser können nicht wie im Fernsehen durch Abhören der Schlossgeräusche herausgefunden werden.
  3. Elektronisches Zahlenkombinationsschloss: Tresortür wird durch Eintippen der Kombination auf einem Tastenfeld elektronisch geöffnet. Gibt man die Kombination z.B. im gewerblichen Bereich an verschiedene Mitarbeiter weiter, kann man jedem einzelnen Befugten einen eigenen Öffnungscode zuteilen. Schliessprotokolle zeigen dadurch auf, wer wann den Tresor geöffnet hat. Die Handhabung ist einfacher als beim mechanischen Zahlenkombinationsschloss. Batteriebetrieb, meist mit der Möglichkeit das Schloss von aussen mit Strom zu versorgen, falls die Batterien leer sein sollten und kein rechtzeitiger Austausch vorgenommen wurde.Probleme: Nach längerer Nutzung können Abnutzungsspuren einzelne Zahlen der Kombination aufdecken. Bei Verwendung in Bereichen mit hoher Luftfeuchtigkeit kann die Elektronik angegriffen werden. Täter können versuchen die Kombination beim Besitzer gewaltsam in Erfahrung zu bringen.
  4. Biometrisches Fingerprint Elektronikschloss: Tresortür wird über das Scannen des Fingerabdrucks elektronisch geöffnet. Die aktuellen Modelle bieten die Möglichkeit über 100 verschiedene Fingerabdrücke zu speichern und so verschiedenen Personen den Zugriff zu ermöglichen. Über Öffnungsprotokolle lässt sich so ermitteln, wer wann eine Öffnung durchgeführt hat. Im gewerblichen Bereich können dadurch mehrere Mitarbeiter die Befugnis zur Tresoröffnung erhalten. Neue Abdrücke für sogenannte „Öffnungsfinger“ dürfen nur von dem einzigen hinterlegten „Programmierfinger“ freigegeben werden. Somit können sich Mitarbeiter nicht untereinander berechtigen. Die gespeicherten Daten werden auch bei Stromausfall gesichert. Stromversorgung durch Netzteil, nicht durch Batterien. Thermischer Sensor, der die Körperwärme erkennt – dadurch kaum Manipulation durch künstlich erzeugte Fingerabdrücke möglich. Probleme: Täter können versuchen Berechtigte gewaltsam zum Öffnen mit dem Fingerabdruck zu zwingen, höhere Kosten in der Anschaffung, Mögliche Schwierigkeiten bei Öffnung nach Fingerverletzungen. Es sollte unbedingt eine Möglichkeit zur Nptfallöffnung geben, falls hochsensible Technik ausfällt.

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